Adam


Adam
Adam 〈m. 6
1. 〈nach bibl. Überlieferung〉 der erste Mensch
2. 〈fig.〉 der Mensch schlechthin
● den alten \Adam ausziehen ein neuer Mensch werden; in ihm regt sich der alte \Adam der sündhafte Mensch in ihm, der Mensch, der Versuchungen zugänglich ist; im Schwimmbad sprangen lauter \Adams herum 〈scherzh.〉 unbekleidete Männer; eine Geschichte bei \Adam und Eva zu erzählen anfangen weitschweifig erzählen, ganz von vorn anfangen [hebr., „der Mensch“]

* * *

Adam, der; -[s], -s [hebr.dạm = der erste, von Gott erschaffene Mensch im Alten Testament]:
1. (ugs. scherzh.) Mann [als Partner der Frau].
2.
bei A. und Eva anfangen/beginnen (ugs.; in einem Vortrag, bei seinen Ausführungen sehr weit ausholen);
seit -s Zeiten (ugs.; seit je, von jeher, solange man denken kann);
von A. und Eva abstammen (ugs.; [von Dingen] sehr alt sein).

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I
Adam,
 
1) [a'dã], Adolphe Charles, französischer Komponist, * Paris 24. 7. 1803, ✝ ebenda 3. 5. 1856; wurde 1849 Professor für Klavier am Pariser Conservatoire. Er schrieb neben Kirchenmusik und Balletten (»Giselle«, 1841) eine Reihe von Opern im Stil der späten Opéra comique, z. B. »Der Postillon von Lonjumeau« (1836) und »Wenn ich König wär« (1852).
 
 
 2) Albrecht, Maler, * Nördlingen 16. 4. 1786, ✝ München 28. 8. 1862; 1809-12 tätig am Hof des Herzogs von Leuchtenberg und Vizekönigs von Italien Eugène Beauharnais, schuf nach Skizzen aus den Napoleonischen Feldzügen und dem italienischen Krieg (1848/49) Gemälde und Lithographien der Schlachten; er war auch ein vorzüglicher Pferdemaler. Sein Bruder Heinrich (* 1787, ✝ 1862) malte biedermeierliche Alpen- und Städtebilder. - Sein Sohn Benno Raffael (* 1812, ✝ 1892) war Jagd- und Tiermaler, ebenso dessen Sohn Emil (* 1843, ✝ 1924). - Sein Sohn Eugen (* 1817, ✝ 1880) malte Schlachten-, Volks- und Jagdszenen. Sein Sohn Franz (* 1815, ✝ 1886), zugleich sein Schüler, war Pferde- und Schlachtenmaler, sein Sohn Julius (* 1821, ✝ 1874) Lithograph, später Fotograf. Dessen Sohn Julius (* 1852, ✝ 1913) wurde durch seine Katzenbilder bekannt (»Katzen-Raffael« oder »Katzen-Adam«).
 
 
A. A. u. seine Familie, Ausst.-Kat., Stadtmuseum München (1981).
 
 3) [a'dã], Henri-Georges, französischer Bildhauer, * Paris 18. 1. 1904, ✝ La Clarté 27. 8. 1967; als Grafiker ausgebildet, wandte sich zu Beginn der 40er-Jahre der Bildhauerei zu; war befreundet mit P. Picasso; schuf monumental wirkende abstrakte Plastiken (Holz, Bronze, Marmor u. a.) in klarer Linienführung, daneben Radierungen und Entwürfe für Wandteppiche.
 
 4) [a'dã], Jacob-Sigisbert, französischer Bildhauer, * Nancy 28. 10. 1670, ✝ ebenda 6. 5. 1747, Vater von6); Bildhauer des Herzogs Leopold von Lothringen, arbeitete v. a. Terrakotta- und Holzfiguren.
 
 5) Karl, katholischer Theologe, * Pursruck (Lankreis Amberg-Sulzbach) 22. 10. 1876, ✝ Tübingen 1. 4. 1966; dort 1919-49 Professor der Dogmatik; prägte maßgeblich den Kirchenbegriff der deutschen Katholiken seiner Zeit.
 
 6) [a'dã], Lambert-Sigisbert, französischer Bildhauer, * Nancy 10. 10. 1700, ✝ Paris 13. 5. 1759, Sohn von 4); arbeitete zunächst in Metz, ab 1719 in Paris, 1722/23 in Rom. Seine Skulpturengruppen in Marmor, aber auch in Blei (»Neptun und Amphitrite« im Park von Versailles, 1740), zeigen schon klassizistische Tendenzen; arbeitete auch als Antiken-Restaurator. Sein Bruder Nikolaus-Sébastien (* 1705, ✝ 1778) schuf Marmorgruppen (»Der gefesselte Prometheus«, 1762; Paris, Louvre). Sein jüngster Bruder François-Gaspard (* 1710, ✝ 1761) war nach Ausbildung in Paris und Rom 1747-60 für Friedrich dem Großen in Potsdam tätig, für den er zahlreiche Marmorbildwerke im Park von Sanssouci anfertigte (u. a. »Poesie«, »Diana«, »Juno«, »Minerva«).
 
 7) [a'dã], Lucien, französischer Sprachwissenschaftler, * Nancy 31. 5. 1833, ✝ Rennes 29. 11. 1918; widmete sich besonders der Erforschung der uralaltaischen, später der Indianersprachen.
 
Werk: La classification, l'objet, la méthode, les conclusions de la linguistique (1882).
 
 8) ['ædəm], Robert, schottischer Architekt, * Kirkcaldy (Fife) 3. 7. 1728, ✝ London 3. 3. 1792, Sohn des Baumeisters William Adam (* 1689, ✝ 1748); war 1754-58 zu Studien in Italien. Adam schuf unter Mitarbeit seines Bruders James (* 1732, ✝ 1794) Adelspaläste, Plätze und ganze Straßenzüge in London (u. a. Adelphi-Square, 1937 zerstört, und Fitzroy-Square), die Universität in Edinburgh sowie zahlreiche Landhäuser in klassizistischem Stil (Adam Style), deren hochelegante Innenraumdekoration er nach römischen Vorbildern entwarf. Adam veröffentlichte auch Entwürfe für Möbel und Inneneinrichtungen (Syon House, Middlesex, ab 1762) sowie 1764 ein Kupferstichwerk über den Diokletianspalast in Split.
 
 
 
D. Yarwood: R. A. (London 1970);
 G. Beard: The work of R. A. (New York 1978).
 
 9) Theo Siegfried, Sänger (Bassbariton) und Regisseur, * Dresden 1. 8. 1926; studierte und debütierte (1949) in Dresden und wurde 1953 Mitglied der Berliner Staatsoper, später u. a. der Wiener, Hamburg. und Bayerische Staatsoper sowie der Metropolitan Opera in New York. Adam tritt besonders als Wagner-Sänger sowie in Rollen des neueren Repertoires hervor; auch Lied- und Oratorieninterpret.
II
Adam
 
[hebräisch »Mensch«], im A. T. Name des ersten Menschen, Adam und Eva.
 
III
Adam
 
[a'dã], Adam de la Halle [- də la 'al], Adan de le Hale [-lə-], genannt Adam d'Arrạs oder Adam le bossu [-ləbo'sy, »der Bucklige«], französischer Dichter-Komponist (Trouvère), * Arras 1237 (1245 ?), ✝ Neapel (?) 1287 oder um 1306; folgte Robert II. von Artois nach Neapel, wo 1283 am Hof König Karls von Anjou sein »Jeu de Robin et de Marion« aufgeführt wurde. Unter seinem Namen sind 34 (einstimmige) Chansons und einige Lais sowie sieben (dreistimmige) Motetten, 14 Rondeaux, ein Virelai und eine Ballade überliefert, wobei in jüngster Zeit angezweifelt wird, ob er auch der Komponist seiner Texte gewesen ist. Die in altpikardischem Dialekt geschriebenen dramatischen Spiele »Jeu de la Feuillée« und »Jeu de Robin et de Marion« mit einstimmigem Gesang und gesprochenem Dialog gehören zu den frühesten Zeugnissen des französischen Theaters.
 
Ausgaben: Œuvres complètes, herausgegeben von E. de Coussemaker (1872, Nachdruck 1970); The lyric works of Adam de la H., herausgegeben von N. Wilkins (1967).
 
 
R. Barth-Wehrenalp: Studien zu Adan de le Hale (1982);
 J. Maillard: A. de la H. Bibliographie, discographie, glossaire (Paris 1982).
 

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Adam [hebr. ạdạm = der erste, von Gott erschaffene Mensch im Alten Testament]: 1. der; -s, -s (ugs. scherzh.) Mann [als Partner der Frau]: Hübsche ... Eva ... sucht gut aussehenden ..., liebevollen A. (Mannheimer Wochenblatt 17. 4. 75, 3). 2. *seit -s Zeiten (ugs.; seit je, von jeher, solange man denken kann); von A. und Eva abstammen (ugs.; [von Sachen] sehr alt sein); bei A. und Eva anfangen/beginnen (ugs.; in einem Vortrag, bei seinen Ausführungen sehr weit ausholen); der alte A. (veraltend; die alten Schwächen, Gewohnheiten eines Menschen; nach Röm. 6, 6): von ... dem Egoismus ihrer männlichen Wünsche sprechen sie kaum. Der alte A. feiert ... hier fröhliche Urständ (Dierichs, Männer 8); den alten A. ausziehen (veraltend; seine alten Fehler ablegen; nach Kol. 3, 9, 10).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Adam — Ad am, n. 1. The name given in the Bible to the first man, the progenitor of the human race. [1913 Webster] 2. (As a symbol) Original sin; human frailty. [1913 Webster] And whipped the offending Adam out of him. Shak. [1913 Webster] {Adam s ale} …   The Collaborative International Dictionary of English